dbb-Bürgerbefragung 2026
Vertrauen in den Staat sinkt – die Beschäftigten sind nicht das Problem!
Die aktuelle dbb-Bürgerbefragung 2026 zeigt ein deutliches Signal, nur noch 17 Prozent der Bürgerinnen und Bürger trauen dem Staat zu, seine Aufgaben ausreichend erfüllen zu können. Gleichzeitig sehen 79 Prozent den Staat als überfordert an.
Als Bundesvorsitzender der VDStra.-Fachgewerkschaft macht mich dieses Ergebnis zwar nachdenklich aber nicht sprachlos.
Denn eines zeigt die Befragung ebenfalls ganz deutlich, die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes genießen weiterhin großes Vertrauen und hohes Ansehen. Die Menschen wissen sehr genau, dass es nicht die Straßenwärterinnen und Straßenwärter, Verwaltungsbeschäftigten, Technikerinnen und Techniker, Ingenieurinnen und Ingenieure, Polizistinnen und Polizisten, Feuerwehrkräfte oder viele andere Beschäftigte sind, die den Staat ausbremsen. Im Gegenteil, sie sorgen Tag für Tag dafür, dass unser Land funktioniert, oft unter schwierigen Bedingungen und mit immer weniger Personal.
Besonders bemerkenswert ist, dass die Bürgerinnen und Bürger als wichtigste Aufgaben des Staates die Stabilisierung der sozialen Sicherungssysteme, die Sicherung von Wirtschaft und Arbeitsplätzen sowie die Verbesserung der Infrastruktur und Verkehrswege nennen. Genau diese Bereiche werden gleichzeitig als diejenigen bewertet, in denen der Staat derzeit die größten Defizite aufweist.
Das bestätigt seit Jahren unsere Forderungen:
- Wer einen leistungsfähigen Staat will, muss endlich in seine Beschäftigten investieren.
- Wer sichere Straßen und eine funktionierende Infrastruktur erwartet, muss ausreichend Personal einstellen, moderne Arbeitsmittel bereitstellen und Bürokratie abbauen.
- Wer den sozialen Frieden erhalten möchte, darf die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes nicht immer mit neuen Aufgaben belasten, ohne gleichzeitig für die notwendigen personellen und finanziellen Voraussetzungen zu sorgen.
Unsere Kolleginnen und Kollegen arbeiten engagiert und mit großem Verantwortungsbewusstsein. Sie verdienen nicht Misstrauen oder pauschale Kritik, sondern Respekt, Wertschätzung und politische Entscheidungen, die ihre Arbeit erleichtern statt erschweren.
Zum Schluss noch eine persönliche Anmerkung:
„Ein starker Staat erkennt, dass Daseinsvorsorge keine Ware ist. Er sucht seine Zukunft nicht in immer neuen Privatisierungen oder im Outsourcing öffentlicher Aufgaben, sondern investiert in seine eigenen Beschäftigten. Denn sie sind es, die Tag für Tag dafür sorgen, dass Straßen sicher bleiben, die Verwaltung funktioniert, Rettungsdienste und Feuerwehren helfen können, Kinder betreut werden und unser Land auch in Krisenzeiten handlungsfähig bleibt. Wer einen starken Staat will, muss seine Beschäftigten stärken, personell, finanziell und organisatorisch. Das ist keine Ausgabe, sondern eine Investition in die Zukunft unseres Landes und in den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dafür wird sich die VDStra.-Fachgewerkschaft auch weiterhin mit Nachdruck einsetzen“ so der Bundesvorsitzende Hermann-Josef Siebigteroth.
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