Köln, 9. Februar 2026
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
am 6. Februar 2026 wurden die Tarifverhandlungen mit der Autobahn GmbH in der zweiten Runde fortgesetzt. Der Arbeitgeber hat erstmals ein Angebot vorgelegt. Aus Sicht der VDStra.-Verhandlungskommission stellt dieses zwar eine Grundlage für weitere Gespräche dar, bleibt jedoch deutlich hinter den Erwartungen der Beschäftigten und der Tarifkommission zurück.
Lineare Erhöhung unzureichend – lange Laufzeit besonders kritisch
Zentraler Kritikpunkt ist die nicht ausreichend hohe lineare Entgelterhöhung. Gerade vor dem Hintergrund der vom Arbeitgeber angestrebten langen Laufzeit von 29 Monaten ist dies aus VDStra.-Sicht nicht akzeptabel.
Niemand kann heute seriös vorhersagen, wie sich Inflation und Lebenshaltungskosten in den kommenden Jahren entwickeln werden. Umso wichtiger ist es, dass die lineare Erhöhung spürbar und nachhaltig ausfällt, damit reale Einkommensverluste vermieden werden. Zulagen oder einzelne Zuschläge können eine solide Tabellenwirksamkeit nicht ersetzen. Sie lösen weder das strukturelle Entgeltproblem noch stärken sie die Attraktivität der Autobahn GmbH als Arbeitgeber dauerhaft.
Soziale Komponente bleibt zwingend erforderlich
Die von der Gewerkschaftsseite geforderte soziale Komponente in Form eines Mindestbetrags ist bislang nicht ausreichend berücksichtigt. Gerade für die unteren und mittleren Entgeltgruppen ist dies jedoch ein zentraler Bestandteil eines gerechten Tarifergebnisses. Auch bei weiteren wichtigen Punkten, etwa der Vertreterzulage und der Bezahlung höherwertiger Tätigkeiten ab dem ersten Tag sowie einer wertigen betrieblichen Krankenzusatzversicherung, fehlen bislang verbindliche Zusagen.
Beschäftigte erwarten ein klares Signal
Die hohe Beteiligung an den Warnstreiks am 20. Januar 2026 haben deutlich gemacht, dass die Kolleginnen und Kollegen ein deutlich verbessertes Angebot erwarten, das den besonderen Anforderungen und Belastungen ihrer Arbeit gerecht wird. Die Autobahn GmbH steht im Wettbewerb um qualifiziertes Personal, sowohl mit der Privatwirtschaft als auch mit anderen öffentlichen Arbeitgebern. Ohne eine spürbare Entgeltverbesserung wird es nicht gelingen, Fachkräfte zu halten und neue zu gewinnen.
Gemeinsam mit dem dbb, dem BTB-GIS und der KOMBA Gewerkschaft hält die VDStra.-Fachgewerkschaft an den bekannten Forderungen fest wie z.B.:
- 7 Prozent Entgelterhöhung, mindestens 300 Euro,
- 300 Euro mehr für Auszubildende,
- Übernahme in Erfahrungsstufe 2 nach erfolgreichem Abschluss,
- Einführung einer betrieblichen Krankenzusatzversicherung,
- volle Bezahlung höherwertiger Tätigkeiten ab dem ersten Tag.
Die Tarif- und Verhandlungskommissionen sind sich einig:
In den nächsten Verhandlungsrunden sind deutliche Nachbesserungen erforderlich.
Die entscheidende Verhandlungsrunde findet am 25. und 26. Februar 2026 statt. Die VDStra. wird die Beschäftigten weiterhin transparent und zeitnah informieren.
Rundschreiben – Autobahn 6-2-2025 Wir sind Infrastruktur – und erwarten dafür auch eine entsprechende tarifliche Anerkennung.