Rundschreiben Dritte Verhandlungsrunde Autobahn GmbH v. 26.2.2026
Rufbereitschaft „Holen aus dem Frei“ bei der Autobahn GmbH. Verbesserte Übergangslösung durchgesetzt – faire Vergütung freiwilliger Einsätze
nach rund sechs Monaten des Stillstands ist endlich Bewegung in die Thematik „Holen aus dem Frei“ gekommen.
In einem Termin mit dem Arbeitsdirektor der Autobahn GmbH des Bundes, Sebastian Mohr, in unserer Bundesgeschäftsstelle, ist es gelungen, gegenüber dem Arbeitgeber deutlich zu machen:
Einkommensrunde TV-L 2025/26 Einigung nach schwieriger dritter Verhandlungsrunde
Die dritte Verhandlungsrunde vom 11. bis 14. Februar 2026 in Potsdam führte nach sehr schwierigen Verhandlungen
zu einer Einigung!
Einigung nach schwieriger dritter Verhandlungsrunde zunächst gilt unser ausdrücklicher Dank allen Kolleginnen und Kollegen, die sich in den vergangenen Wochen an Warnstreiks, Demonstrationen und Aktionen beteiligt haben und allen Vertrauenspersonen die geplant und organisiert haben. Euer Einsatz, Eure Präsenz und Eure Entschlossenheit haben Wirkung gezeigt. Ohne diesen Druck auf der Straße wäre sicherlich kein Ergebnis zustande gekommen.
Köln, 9. Februar 2026
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
am 6. Februar 2026 wurden die Tarifverhandlungen mit der Autobahn GmbH in der zweiten Runde fortgesetzt. Der Arbeitgeber hat erstmals ein Angebot vorgelegt. Aus Sicht der VDStra.-Verhandlungskommission stellt dieses zwar eine Grundlage für weitere Gespräche dar, bleibt jedoch deutlich hinter den Erwartungen der Beschäftigten und der Tarifkommission zurück.
Lineare Erhöhung unzureichend – lange Laufzeit besonders kritisch
Zentraler Kritikpunkt ist die nicht ausreichend hohe lineare Entgelterhöhung. Gerade vor dem Hintergrund der vom Arbeitgeber angestrebten langen Laufzeit von 29 Monaten ist dies aus VDStra.-Sicht nicht akzeptabel.
Niemand kann heute seriös vorhersagen, wie sich Inflation und Lebenshaltungskosten in den kommenden Jahren entwickeln werden. Umso wichtiger ist es, dass die lineare Erhöhung spürbar und nachhaltig ausfällt, damit reale Einkommensverluste vermieden werden. Zulagen oder einzelne Zuschläge können eine solide Tabellenwirksamkeit nicht ersetzen. Sie lösen weder das strukturelle Entgeltproblem noch stärken sie die Attraktivität der Autobahn GmbH als Arbeitgeber dauerhaft.
Soziale Komponente bleibt zwingend erforderlich
Die von der Gewerkschaftsseite geforderte soziale Komponente in Form eines Mindestbetrags ist bislang nicht ausreichend berücksichtigt. Gerade für die unteren und mittleren Entgeltgruppen ist dies jedoch ein zentraler Bestandteil eines gerechten Tarifergebnisses. Auch bei weiteren wichtigen Punkten, etwa der Vertreterzulage und der Bezahlung höherwertiger Tätigkeiten ab dem ersten Tag sowie einer wertigen betrieblichen Krankenzusatzversicherung, fehlen bislang verbindliche Zusagen.
Beschäftigte erwarten ein klares Signal
Die hohe Beteiligung an den Warnstreiks am 20. Januar 2026 haben deutlich gemacht, dass die Kolleginnen und Kollegen ein deutlich verbessertes Angebot erwarten, das den besonderen Anforderungen und Belastungen ihrer Arbeit gerecht wird. Die Autobahn GmbH steht im Wettbewerb um qualifiziertes Personal, sowohl mit der Privatwirtschaft als auch mit anderen öffentlichen Arbeitgebern. Ohne eine spürbare Entgeltverbesserung wird es nicht gelingen, Fachkräfte zu halten und neue zu gewinnen.
Gemeinsam mit dem dbb, dem BTB-GIS und der KOMBA Gewerkschaft hält die VDStra.-Fachgewerkschaft an den bekannten Forderungen fest wie z.B.:
Die Tarif- und Verhandlungskommissionen sind sich einig:
In den nächsten Verhandlungsrunden sind deutliche Nachbesserungen erforderlich.
Die entscheidende Verhandlungsrunde findet am 25. und 26. Februar 2026 statt. Die VDStra. wird die Beschäftigten weiterhin transparent und zeitnah informieren.
Rundschreiben – Autobahn 6-2-2025 Wir sind Infrastruktur – und erwarten dafür auch eine entsprechende tarifliche Anerkennung.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
„Zwei Herausforderungen zeichnen die kommenden Verhandlungen mit der Autobahn GmbH aus“, umreißt Andreas Hemsing, dbb Fachvorstand Tarif und neuer Verhandlungsführer bei den Verhandlungen, die anstehende Aufgabe. „Erstmals verhandeln wir losgelöst von der bisher geltenden Koppelung an den TVöD und wir verhandeln in einer herausfordernden Zeit. Damit meine ich jedoch nicht, dass wir uns vornehm zurückhalten werden, weil der Arbeitgeber sicherlich auf die schwierige wirtschaftliche Lage hinweisen
wird. Im Gegenteil: Wir sehen, wie wichtig die Infrastruktur für Deutschland ist und in Zukunft sein wird. Und wir sehen die anstehenden Aufgaben, um Deutschlands Autobahnen als wichtigen Wirtschaftsfaktor fit zu bekommen.
Holen aus dem Frei bei der Autobahn! Zweite Verhandlungsrunde – Bewegung, aber noch keine Einigung!
Liebe Kolleginnen und Kollegen, der dbb hat am 22. Mai 2025 die Verhandlungen mit der Autobahn GmbH über eine tarifliche Regelung für den Sonderfall „Holen aus dem Frei“ fortgesetzt! Intensive Verhandlungen!
In den kontroversen Verhandlungen haben die bei der Autobahn GmbH vertretenen Mitgliedsgewerkschaften des dbb darauf gedrungen, eine Regelung zu finden, die den freiwilligen Einsatz der Beschäftigten aus der Freizeit heraus einerseits als absoluten Ausnahmefall festschreibt und diesen Einsatz andererseits dann auch attraktiv vergütet. Wichtig ist für uns darüber hinaus, dass den Beschäftigten durch die Einhaltung der erforderlichen Ruhezeiten keine Nachteile in Form von Minusstunden entstehen können. Die Arbeitgeber haben zuletzt ein Angebot unterbreitet, welches als erster Schritt in die richtige Richtung gewertet werden kann, aber letztendlich nicht einigungsfähig war. Wir erwarten hier noch eine deutliche Nachbesserung, ohne dass die formale Ausgestaltung der Regelung zu sehr in den Vordergrund gestellt wird!
Die BTK des dbb stimmt dem Schlichterspruch zu
Der Fortschritt steckt im Detail!
„Oftmals stecken im Detail die Probleme. Beim vorliegenden Abschluss gilt das nicht. Da steckt der
Fortschritt genau in diesen Details“, fasst dbb Verhandlungsführer Volker Geyer seine Bewertung gegenüber den Medien am 6. April 2025 in Potsdam
prägnant zusammen. Geyer weiter: „Für uns ist zentral, dass sich die Komponenten lineare Erhöhung,
soziale Komponente, Arbeitszeitsouveränität und
Entlastung alle im Abschluss wiederfinden……
Am 28. März 2025 wurde die Schlichtung in der Einkommensrunde 2025 mit Bund und Kommunen
beendet. Die Schlichter haben eine Einigungsempfehlung abgegeben. Die gemeinsame Schlichtungskommission von Arbeitgeber- und Gewerkschaftsseite hat mehrheitlich zugestimmt. Einen ersten
Überblick über die Empfehlung bieten wir mit diesem Flugblatt. Weitere Details erklären wir in einem
Rundschreiben vom 28. März 2025. Am 5. April 2025 wird in Potsdam die Bundestarifkommission darüber entscheiden, ob aus dem Schlichterspruch ein Tarifvertrag wird.